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<title>Funifor</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Funifor</span></h1>
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<p>Ein <b>Funifor</b> ist eine <a href="Luftseilbahn" title="Luftseilbahn">Luftseilbahn</a> mit paarigen parallel verlaufenden <a href="Tragseil" title="Tragseil">Tragseilen</a>, deren Abstand etwa gleich oder größer als die Breite der Seilbahnkabinen ist. Die breite Tragseilspur hat den Vorteil, dass die Kabine z. B. durch den Wind weniger zum Querpendeln angeregt werden kann.
</p><p>Im Unterschied zum etwas älteren <a href="Funitel" title="Funitel">Funitel</a> (gekuppelt auf ein doppelt geführtes Förderseil) sind die Tragseile fix, und die Kabine wird von <a href="Zugseil" title="Zugseil">Zugseilen</a> gezogen. Bis 2017 wurden Funifor-Bahnen mit einer Kabine als einspurige <a href="Pendelbahn" title="Pendelbahn">Pendel-Seilbahnen</a> gebaut. Zwei fixe parallele Tragseile hat auch eine sogenannte <i>Dreiseilbahn</i> (<a href="3S-Bahn" title="3S-Bahn">3S-Bahn</a>) mit umlaufendem kuppelbaren Zugseil.
</p><p>Die beiden Tragseile all dieser Systeme haben den Vorteil, die Windstabilität zu verbessern (und dadurch die Fahrgeschwindigkeit und stündliche Transportkapazität auch bei widrigen Wetterverhaltnissen zu erhöhen und zu gewährleisten) und erlauben, das Zugseil (das dritte der drei Seile) zwischen sich auf <a href="Seilreiter" title="Seilreiter">Seilreitern</a> auf Rollen zu tragen (wodurch großere Spannweiten zwischen den Stützen möglich wurden). Wegen der verbesserten Einsatzmöglichkeit bei schlechtem Wetter mit Windböen werden solche Systeme gewählt um eine hohe Verlässlichkeit zu bieten (beispielsweise um Schifahrer von einem Gletscherschigebiet ins Tal zu bringen).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beschaffenheit_und_Funktion">Beschaffenheit und Funktion</h2></div>
<p>Äußerlich ähnlich wie das an einer doppelten Förderseilschleife in fahrzeugbreitem Abstand verkehrende <a href="Funitel" title="Funitel">Funitel</a>-System (das jedoch eine <i>kuppelbare Umlaufseilbahn</i> ist), beruht das Funifor auf zwei Tragseilen, deren Spur ebenfalls breiter als die Kabine ist.
</p><p>Senkrecht unter den beiden Tragseilen läuft jeweils ein <a href="Trum_(Maschinenbau)" title="Trum (Maschinenbau)">Trum</a> des als endlos <a href="Splei%C3%9F#Langspleiß" title="Spleiß">gespleißte</a> Schleife vorliegenden Zugseils. Die Verbindung zwischen der jeweils von oben und unten kommenden Seilschlingen und Fahrzeug wird mittels je zweier horizontal angebrachter Ausgleichs-Seilscheiben am Laufwerk, die das Zugseil erst auf die gegenüberliegende Seite der Kabine und dann zurück zur Station umlenken, hergestellt. Die Zugseiltrume laufen von der Ober-(Berg-)seite des Fahrzeugs zur Bergstation, dort werden sie umgelenkt und oberhalb der Tragseile auf portalförmigen <i><a href="Seilreiter" title="Seilreiter">Seilreitern</a></i> als Leertrume in die Talstation geführt, laufen dort über eine Spannvorrichtung und wieder unterhalb des Tragseilniveaus zurück zur Talseite des Fahrzeugs. Die Ausgleichs-Seilscheiben am Fahrzeug, über die die Zugseilschlaufen geführt werden, müssen im Regelfall keine Relativgeschwindigkeit bewältigen, sondern dienen dem Längenausgleich und dem Ausgleich von etwaigen Geschwindigkeitsunterschieden der beiden Trume. Beide Trume umschlingen je eine Antriebstrommel. Durch die endlose Zugseilschleife sind keine Klemm- oder Vergussverbindungen notwendig, zudem kann die gesamte Seilschleife leicht versetzt werden, um sie über die volle Länge einer <a href="Magnetinduktive_Methode" title="Magnetinduktive Methode">magnetinduktiven Prüfung</a> zu unterziehen.
</p><p>Eine „echte“ zweispurige Pendelbahn mit zwei gegenläufig verkehrenden Fahrzeugen, bei der das Funifor-Merkmal der breiten Doppel-Spur (in diesem Fall fünf Meter) auf zwei Tragseilen und die Zugseilschleife (in diesem Fall zwei) angewandt werden, ist die 2012 eröffnete <i><a href="Stanserhorn-Bahn#Zweite_Luftseilbahn_2012:_Cabrio-Bahn" title="Stanserhorn-Bahn">Cabrio-Bahn</a></i> auf das <a href="Stanserhorn" title="Stanserhorn">Stanserhorn</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die zweistöckigen „Cabrio“-Gondeln hängen bei dieser Anlage innerhalb der seitlich vorbeiführenden Trag- und Zugseile. Hier wurde das Funifor-Prinzip (Funifor-Scheiben) mit einer Pendelbahn kombiniert. Bei dieser Anlage können dank der Funifor-Scheiben vor allem beim Störfall die unterschiedlichen Kräfte der Zugseile bei breiter Fahrbahn ausgeglichen werden.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ist dies nicht der Fall, so entsteht ein Drehmoment und die Kabine kann abstürzen, wie bei der Seilbahn in Brest am 10. August 2017.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hersteller">Hersteller</h2></div>
<p>Funifor wurde von Erwin Oberhuber in der ehemaligen Firma <a href="H%C3%B6lzl_Seilbahnbau" title="Hölzl Seilbahnbau">Hölzl Seilbahnbau</a> entwickelt und das Patent wurde durch die Fusion mit der <a href="Doppelmayr/Garaventa-Gruppe" class="mw-redirect" title="Doppelmayr/Garaventa-Gruppe">Firma Doppelmayr</a> im Jahre 2002 auch von dieser übernommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anlagen">Anlagen</h2></div>
<p>Die erste FUNIFOR „<a href="Trincerone" class="mw-redirect" title="Trincerone">Trincerone</a> – <a href="Monte_Livrio" title="Monte Livrio">Livrio</a>“ (70 Personen) wurde unter dem Namen der Firma Hölzl im Jahr 2000 am <a href="Stilfserjoch" class="mw-redirect" title="Stilfserjoch">Stilfserjoch</a> errichtet. Weitere Funifors sind:
</p>
<ul><li>Pianalunga – Passo dei Salati (<a href="Alagna_Valsesia" title="Alagna Valsesia">Alagna</a>), 100 Personen, 2004, ITA</li>
<li><a href="Arabba" title="Arabba">Arabba</a> – Portavescovo, 80 Personen, 2005, ITA</li>
<li>Valcalda – <a href="Monte_Zoncolan" title="Monte Zoncolan">Monte Zoncolan</a>, 100 Personen, 2007, ITA</li>
<li>Passo dei Salati – Indren, 60 Personen, 2009, ITA</li>
<li>Rifugio Gilberti – Sella Golovec (Prevala), 100 Personen, 2009, ITA</li>
<li><a href="Bezauer_Seilbahn" title="Bezauer Seilbahn">Bezau</a>, 60 Personen, 2010, AUT (einspurig)</li>
<li>Tarlenta – Rifugio Mantova (Pejo), 100 Personen, 2010, ITA</li>
<li><a href="Alba_(Canazei)" title="Alba (Canazei)">Alba</a> – Col dei Rossi, 100 Personen, 2015, ITA</li>
<li>Falginjochbahn, <a href="Kaunertaler_Gletscher" class="mw-redirect" title="Kaunertaler Gletscher">Kaunertaler Gletscher</a>, 100 Personen, 2019, AUT<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>100-FUF Mürren-Birg, 2024–2025, CH</li>
<li>100-FUF Birg-Schilthorn, 2025–2026, CH</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Funifor?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Funifor</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bergbahnen.org/lexikon/kapitel9.php#4">Erläuterung des Funifor-Prinzips im Seilbahnlexikon bei bergbahnen.org</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.doppelmayr.com/systeme/funifor/">deutschsprachige Seite des Herstellers</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.funitel.de/funifor">Erklärung Unterschied Funitel–Funifor</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.seilbahn.net/sn/index.php?i=60&news=4232&zurueck=1&titel=Garaventa:%20CabriO-Bahn%20Stanserhorn%20%96%20Herausforderung%20f%FCr%20die%20Seilbahnbauer">Technische Beschreibung der <i>Cabrio-Bahn</i> bei Seilbahn.net</a>, abgerufen am 22. Juli 2012.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"> Christoph Berger: <i>Stanserhorn-CabriO Mit Innovation zum Erfolg Die Entstehungsgeschichte einer Weltneuheit</i> Von Matt, Stans 2022, ISBN 978-3-906997-96-4.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.meinbezirk.at/landeck/c-lokales/oesterreichs-einzige-funifor-seilbahn-am-kaunertaler-gletscher-mit-video_a4247544"><i>Österreichs einzige Funifor-Seilbahn am Kaunertaler Gletscher</i></a>, meinBezirk.at Landeck vom 23. September 2020, abgerufen am 10. November 2021</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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